19 Kommentare zu “Obi macht den Frühling (zu) einfach!

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  2. Ich stimme dir voll und ganz zu! Ich habe diese Plakate gestern auch zum ersten Mal bewusst wahrgenommen und mich wie so oft gefragt, ob diese gegenderte Werbung jemals aufhören wird. 😦

  3. Ich hab das Blumen-Plakat auch erst gestern überhaupt gesehen, allerdings ohne männliches Pendant. Da wirkt es nur etwas ähm… seltsam. Was hat die Frau für nen Dünger, dass aus den kleinen Kästchen ne ganze Wand voll Blumen kommt?

    Nein aber Scherz beiseite:
    Stereotyper Mist ist das.

    • Ergänzung:
      Was hat Häusle-bauen mit Frühling zu tun?
      Die Assoziation der Werbefachmenschen dazu würde mich mal interessieren.

  4. Mein Fazit ist: Schade, dass Werbung nicht auch mal dazu genutzt wird, Alternativen aufzuzeigen, statt immer wieder althergebrachte und tradierte Rollenvorstellungen zu reproduzieren.

    Es gibt doch bereits Frauen, die bohren und heimwerken, sowie Männer, die Pflanzen züchten. Offenbar braucht es dazu keine ermutigende Werbung, und die Menschen schaffen es, sich auch ohne Unterstützung durch Werbung selbstzuverwirklichen.

    Was sind denn Deiner Meinung nach „althergebrachte und tradierte Rollenvorstellungen“? Dies hört sich so an, als ob so etwas etwas Negatives sei. Wie begründest Du diese Wertung?

    Es können doch alle möglichen „Rollenvorstellungen“ transportiert werden. Ich jedenfalls richte mein Leben nicht danach aus.

    Mich würde zudem noch sehr interessieren, warum „althergebrachte Rollenbilder“ die Menschen negativ beeinflussen, also fremdbetimmen, und warum dies „progressive Rollenbilder“ nicht tun. Meiner Meinung nach werden nach dieser Sichtweise die Menschen ebenfalls fremdbestimmt, nur mit anderen Rollenbildern.

    • Deinen Ausführungen kann ich in Teilen zustimmen. Sicher, es gibt ebenso Frauen, die handwerklich tätig sind und auch Männer die sich im Reich der Pflanzen wohl fühlen.
      Das kann ich unter anderem mit meinem persönlichen Erfahrungswissen bestätigen, so dass ich nicht denke, mit meiner „Analyse“ die Realität verfehlt zu haben.
      Worum es mir bei meinem kurzen Beitrag ging, war zu zeigen, dass in der Werbung eben mal etwas mehr Diversität abgebildet werden könnte und nicht immer nur die traditionellen Rollenvorstellungen.
      Medien (wozu ja die überall präsente Werbung zählt) haben nun mal einen nicht zu verleugnenden Einfluss auf Menschen.
      Wenn wir immer nur ein kleines Spektrum der zur Verfügung stehenden Rollenvorstellungen sehen, dann wird auch auf diese vermehrt (unbewusst) rekurriert werden, denn „man kann es ja überall sehen, dass es eben so ist.“.
      Gerade aber dadurch, müssen sich auch oftmals Männer für vieles rechtfertigen, was anscheinend nicht in ihrer Natur liegt, bspw. wenn sie Make-Up einsetzen (was ja auch immer gesellschaftsfähiger wird) oder Schmuck tragen.
      Ich denke, ein Blick ins alte Ägypten oder zu den Naturvölkern reicht schon für’s Erste aus, um zu erkennen, dass Männer nicht unbedingt von Natur aus Schmuck- und Schmink-avers sind.
      René König machte bereits 1967 in seinem Buch „Kleider und Leute“ auf das Phänomen aufmerksam, dass „in der primitiven Welt der Mann eindeutig ein viel größeres Schmuckbedürfnis zeigt als die Frau.
      Es steht damit nicht viel anders als im Tierreich, wo die Männchen sich durch prächtiges Gefieder, buntere Farben und auffällige Geweihe auszeichnen, […]. Dies ist nun ein Zug, der sich um so mehr ändert, als wir uns der Gegenwart nähern, wo die Männermoden immer nüchterner werden, während die Frauenmoden immer phantasievoller aufblühen.
      Dieser auffällige Wandel muss einen Grund haben, der tief im Gefüge des modernen Kulturbewusstseins verankert ist, sonst würde er es nicht vermocht haben, die „natürliche“ Ordnung gleichsam umzukehren.“ (ebd.).

      Deinem Blog nach zu urteilen, bist du ja auch recht gut über die verschiedenen Gendertheorien im Bilde, von daher möchte ich hier kurz auf das Prinzip der hegemonialen Männlichkeit von Robert (heute Rawyn) Connell hinweisen, welches sie ja „als jene Konfiguration geschlechtsbezogener Praxis… [versteht], welche die momentan akzeptierte Antwort auf das Legitimationsproblem des Patriarchats verkörpert und die Dominanz der Männer sowie die Unterordnung der Frauen gewährleistet“ (Connell 1999, S. 98).
      Dabei bezieht sich Kategorie der hegemonialen Männlichkeit auf Differenzierungen und der Konkurrenz unter den Männern.
      Will heißen: Heute ist das vorherrschende Rollenbild eines Mannes eben das eines gut trainierten Mannes, welcher BMW, Mercedes etc. fährt (Prestige), Anzug trägt (Karriere) und zudem auch noch handwerklich begabt (schaffend) ist. In einigen Jahren mag das evtl. anders sein.
      Leider wird allzu oft aber vergessen, dass es DEN Mann nun mal nicht gibt, sich aber viele an solchen Rollenbildern orientieren.
      Womit ich auch bei den tradierten und althergebrachten Rollenvorstellungen wäre.
      Diese sind für mich zum einen das, was man unter dem Ernährermodell subsumieren kann und demzufolge so aussieht, dass Mann arbeiten geht und Frau sich um Kind und Heim kümmert.
      Die Ergebnisse der aktuellen Shell-Studie, in der rund 2.500 junge Menschen zwischen 12 und 25 Jahren zu ihren Vorstellungen familiärer Rollenverteilung befragt wurden, zeigten u.a. dass sich ein Großteil der männlichen Befragten in der Rolle des Alleinverdieners sah und die die Frau hingegen hauptsachlich die Rolle der Hausfrau und Mutter einnehmen sollte.
      Zum anderen meinte ich aber auch den Aspekt des Beschützers und der Schutzbedürftigen.
      Diese oftmals in Filmen und Märchen propagierte Rollenverteilung, dass Männer die Frauen aus allen Gefahren retten und ein Held sein muss, übt schon einen gewissen Druck auf männliche Kinder aus.
      Mir ging es auch nicht darum, diese Rollenvorstellungen als negativ zu werten, denn sie sind sozial-historisch entstanden und erfüll(t)en gewisse funktionale Zwecke. Was ich mir viel mehr wünsche, ist ein reflexiver Umgang mit diesen und eine Überprüfung auf ihre Zeitgemäßheit.
      Von daher begrüße ich es, wenn du schreibst:
      „Es können doch alle möglichen „Rollenvorstellungen“ transportiert werden. Ich jedenfalls richte mein Leben nicht danach aus.“
      Und weil ich den zweiten Satz auch sehr schön finde, möchte ich ihn sozusagen noch durch folgenden Nebensatz ergänzen: aber viele andere richten sich an den transportierten Rollenvorstellungen aus.

      Bezüglich deines allerletzten Punkt ist es so, dass die hegemonialen (traditionalen) Rollenvorstellungen die Menschen nicht negativ beeinflussen, aber durch die ständige Reproduktion stets wieder verfestigt werden und somit nur wenig Raum für Reflexivität offen lassen. Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene, egal welchen Geschlechts, bekommen u.a. durch die Medien stets die Bestätigung für ihr rollenkonformes oder nicht konformes Verhalten.
      Von daher plädiere ich einfach für eine größere Akzeptanz „abweichenden“ Rollenverhaltens und damit einhergehend auch für eine Umsetzung dieser in den Medien.
      Die Fremdbestimmung von Rollenbildern ist in beiden Fällen durchaus gegeben und in dem Sinne auch weder negativ noch positiv.
      Die „progressiven Rollenbilder“ sind m.E. nach jedoch eine zeitgemäße Alternative zu den „althergebrachten Rollenbilder“, was aber keinesfalls implizieren soll, dass man sich sozusagen nur zwischen diesen Alternativen entscheiden kann. Ich sehe diese eher komplementär zueinander. Das Ziel kann und sollte ja nicht sein, dass Männer keine Häuschen mehr bauen und Frauen sich nicht mehr an ihrem Garten erfreuen dürfen, sondern dass es auch ruhig anders herum selbstverständlicher wird.
      Ich hoffe, du fühlst dich jetzt von meiner etwas lang geratenen Antwort nicht erschlagen und ich freue mich auf weitere kritische Beiträge von dir 🙂

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  6. Man stelle sich die Plakate nur mal mit vertauschten Rollen vor – wie wahrscheinlich ist es denn, dass sowas an den Wänden hängt?

  7. Ich habe neulich mal an Tchibo gemailt und ihnen die Stereotypen in einer Werbung für Putzmittel und -geräte aufgezeigt, in der eine rosa gekleidete Frau bestens gelaunt durch ein rosa Riesen-Puppenhaus tollte und saubermachte… Ihre Antwort war „Wir haben es auch schon mit putzenden Männern versucht, aber das kommt beim Publikum nicht so gut an“. Ich denke zwar, das war nur eine Floskel, aber vermutlich war es nicht ganz gelogen – leider spricht die Öffentlichkeit immer noch auf diese Klischees an.

  8. Schade, dass Werbung nicht auch mal dazu genutzt wird, Alternativen aufzuzeigen, ….

    Das ist nicht die Aufgabe von Werbung.

    Wirklich schade ist, dass in Diskussionen immer nur die Abbildungen der Stereotype kritisiert werden, statt die Stereotype und das konkrete Verhalten der Menschen selbst.

    • Sicher, die Hauptaufgabe der Werbung ist zunächst einmal über Produkte zu informieren und latente Bedürfnisse zu wecken, um schlussendlich den angesprochenen Kunden ins Geschäft zu locken.
      Dabei sollte aber auch bedacht werden, WIE dies geschieht und nur weil es keine explizite Aufgabe der Werbung ist, Alternativen anzubieten, sollte man ihr das trotzdem nicht absprechen – Stichwort „soziale Verantwortung“.
      Den Hinweis, die Stereotype und das konkrete Verhalten der Menschen zu diskutieren, finde ich wirklich sehr gut. Stereotype bieten grundlegend ja erst einmal Orientierung in der Gesellschaft, wenn ich bspw. vor einer fremden Person stehe.
      Durch stereotype Eigenschaften kann ich schnell ein erstes Urteil über diese Person fällen. Dieses erste (Vor-)Urteil kann ich aber auch später immer noch revidieren, jedoch hat der erste Eindruck ein nicht zu vernachlässigendes Gewicht.
      Das Problem, was ich sehe ist jedoch, dasss sich viele Menschen nun einmal an Stereotypen orientieren und sich selbst an ihnen „messen“. Da die handelnden Subjekte aber zum Glück nicht nur fremdbestimmt sind, kann jedes Subjekt letztlich selbst entscheiden in welchen Graustufen es das jeweilige Stereotype für sich nutzen möchte oder es angemessen findet.
      Entspricht ein Junge/Mann oder ein Mädchen/Frau nicht den gängigen Stereotypen so hat er/sie mit Sanktionen wie missbilligenden Blicken zu rechnen, je nachdem in welchem Milieu sich die jeweilige Person bewegt.
      So wird ein scheinbar „metrosexueller“ aussehender Junge mit höherer Wahrscheinlichkeit auf einer Hauptschule als schwul beschimpft, als er dies auf einer Modedesign-Hochschule würde.
      Durch die ständige Wiederholung einiger weniger stereotyper Darstellungen in den Medien werden die Menschen eben leider in ihren eigenen stereotypen Ansichten bestätigt und die Werbefachleute wollen ja Umsatz erzielen und bedienen die Masse dann eben mit den gängigsten Stereotypen, weil sie einfach funktionieren.

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  10. Werbung ist nicht dazu da Sterotypen aufzubrechen, sondern dazu Produkte zu verkaufen. Wenn das Aufbrechen der Sterotypen Produkte verkauft (etwa über ein moderneres Image) dann wird es eingesetzt, ansonsten nicht.

  11. @Christian

    Aber wenn Werbung, nur um den Umsatz zu steigern, in Kauf nimmt, dass Stereotypen (und zwar Stereotypen mit eindeutig negativen Effekten) weitertransportiert werden, dann haben wir alles Recht der Welt, diese Werbung als das zu kritisieren, was sie ist, nämlich sexistisch.

    Fändest Du es auch OK, wenn Werbung rassistische Stereotypen verbreitet, weil das den Umsatz verbessert? Eine Statistik über die Anzahl RumänInnen im Land als Verkaufsargument für Diebstahlversicherungen? Der Jude mit der Hakennase als neue Werbefigur für „GEIZ IST GEIL“ – Saturn?

    Profit darf natürlich ein Ziel sein für menschliches Handeln, aber es gibt andere, höhere Ziele, denen sichd das Profitstreben unterordnen sollte. Auch in der Werbung. Auch Menschen, die sich in einer Firma organisiert haben sind verantwortlich für ihr Handeln!

  12. changinglifestyle :
    So wird ein scheinbar „metrosexueller“ aussehender Junge mit höherer Wahrscheinlichkeit auf einer Hauptschule als schwul beschimpft, als er dies auf einer Modedesign-Hochschule würde.

    Meine Damen und Herren, wir blenden uns an dieser Stelle aus, beenden damit den heutigen Vortag zum Thema „diskriminierende Stereotype und warum man sie aufbrechen sollte“ und schalten zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.
    Die Hauptschüler unter unseren Zuhörern möchten wir allerdings noch daran erinnern, im Sinne des „doing class“ morgen auf keinen Fall zu vergessen, den metrosexuellsten Jungen auf ihrer Schule als schwul zu beschimpfen.

    Vielen Dank.

    Durch die ständige Wiederholung einiger weniger stereotyper Darstellungen in den Medien werden die Menschen eben leider in ihren eigenen stereotypen Ansichten bestätigt

    Ach so, nur in den Medien. Liebe Hauptschüler, zurück zum Lehrer-Anpöbeln!

    Die Werber von Obi würden vermutlich argumentieren, daß ein Mann sich mit höherer Wahrscheinlichkeit für das Bauen eines Gartenhäuschens und eine Frau sich eher für das Pflanzen von Blumen interessieren würde. (Völlig übersehend, wie sie damit in diskriminierender Weise Zweigeschlechtlichkeit reproduzieren. Und wenn sie es merken würden, wäre es ihnen vermutlich auch noch egal!)

    Jetzt aber wirklich zurück ins Studio:
    Bombe 20

    • Vielen Dank für die Hinweise.
      Ich möchte jedoch betonen, dass ich bei dem von mir gewählten Beispiel eben nicht ALLE Hauptschüler über einen Kamm scheren wollte und deswegen bewusst die Wortgruppe „mit einer höheren Wahrscheinlichkeit“ benutzt habe.
      Du allerdings tust es mit dieser Aussage:

      Die Hauptschüler unter unseren Zuhörern möchten wir allerdings noch daran erinnern, im Sinne des „doing class“ morgen auf keinen Fall zu vergessen, den metrosexuellsten Jungen auf ihrer Schule als schwul zu beschimpfen.

      Selbst wenn du mit diesem Satz auf meine Aussage rekurrieren wolltest, so sehe ich das als problematisch, da du mir damit Wörter und Inhalte in den Mund legen würdest, die nicht meinen Äußerungen entsprechen.
      Mit meiner getroffen Relativierung habe ich eben auch solche Aussagen seitens Modestudierenden nicht ausgeschlossen.
      Klassen-, Schicht- und Milieuspezifische Eigenschaften wie Geschmack, politische Ansichten, Orientierung an materiellen/post-materiellen Werten etc. sind wissenschaftlich messbar wie man bspw. mit Hilfe verschiedener Einstellungs-Tests oder den Sinus-Milieus überprüfen kann.
      Eine Bekannte wollte bspw. eine Studie über Homosexualität an Hauptschulen durchführen und war erschrocken über die dort verbreiteten Ansichten bezüglich dieses Themas.
      Vielleicht hat sie auch nur die falschen Schulen erwischt. Ich denke nämlich auch, dass es nicht an jeder Hauptschule so ist.
      In der aktuellen Ausgabe der Chrismon-Magazins steht im Übrigen auch ein Artikel über Hauptschüler, der sehr schön zeigt, dass man sie nicht als Gruppe verurteilen soll, sondern, dass es immer stark vom Individuum abhängig ist.
      Die Einstellung zur Homosexualität hat aber nicht nur etwas mit dem Bildungsgrad zu tun, wie aktuelle Studien zeigen. Vielmehr spielt wohl auch der Migrationshintergrund sowie religiöse Ansichten eine Rolle.
      Sozialstrukturelle Untersuchungen zeigen leider auch deutlich, dass überproportional viele Menschen mit Migrationshintergrund an Hauptschulen anzutreffen sind. Die Gründe dafür könnten Thema eines eigenen Artikels sein und haben nicht wie populärwissenschaftlich behauptet, etwas mit den Genen zu tun.
      Es handelt sich also eher um ein strukturelles Problem, welches aber mittlerweile auch von den Schulen angegangen wird, da eine thematische Auseinandersetzung mit Homosexualität an den Schulen (egal welchen Schultyps) bisher oft fehlte.
      So durfte ich auch in der Vergangenheit seitens Abiturienten, Aussagen hören, welche dafür plädierten die Homosexuellen hätten mit den Juden vergast und erschossen gehört, da Homosexualität nicht gottgewollt ist. So etwas finde ich wirklich besorgniserregend.
      Ich hätte vielleicht ein nicht so gesellschaftlich stigmatisiertes Beispiel aufgreifen sollen…
      Vielleicht wäre ja die Bundeswehr als Vergleichsgruppe besser geeignet gewesen?!

      Zurück zur Obi-Werbung. Natürlich ist es vollkommen legitim, dass Obi solche Überlegungen, wie du sie anführst, mit in seine Werbeplanung einfließen lässt.
      Worum es mir bei meinem Beitrag nur ging, war zu zeigen, dass durch solche Werbung gewisse stereotype Rollenvorstellungen transportiert werden.
      Ein Soziologe ist eben daran interessiert, wie die soziale Welt funktioniert.
      Medien sind nun mal Bestandteil der sozialen Realität und können somit auch einem soziologischen Blick unterzogen werden, der durchaus vom Alltagsblick abweicht.
      Ich probiere es mal so: Medien (welche ja ein Stück Realität abbilden und auch Teil der Realität sind) und die Realität stehen in einem interdependenten Verhältnis zueinander.
      Das heißt, Medien haben einen Einfluss auf die Individuen/Gruppen und die haben umgekehrt auch einen Einfluss auf die Medien. Daher kommt Obi dann bei seinen Werbeüberlegungen zu dem Schluss, dass sie die Werbung nun mal so und nicht anders konzipiert haben, um eben ihren Absatz zu steigern und Kunden ins Geschäft zu locken.

  13. changinglifestyle :
    Ich möchte jedoch betonen, dass ich bei dem von mir gewählten Beispiel eben nicht ALLE Hauptschüler über einen Kamm scheren wollte und deswegen bewusst die Wortgruppe „mit einer höheren Wahrscheinlichkeit“ benutzt habe.

    Nun, die Obi-Werber werden auch von der Vorgabe ausgegangen sein, daß n% der Werkzeuge von Männern und m% der Pflanzen von Frauen gekauft werden (für m,n >> 50). Und auf dieser Grundlage haben sie dann die Kampagne erstellt, um die es hier geht, ohne alle Männer und Frauen über eine Kamm scheren zu wollen.

    Selbst wenn du mit diesem Satz auf meine Aussage rekurrieren wolltest, so sehe ich das als problematisch, da du mir damit Wörter und Inhalte in den Mund legen würdest, die nicht meinen Äußerungen entsprechen.

    Das würden sie wohl ähnlich sagen, wenn Du ihnen vorhältst, daß sie Stereotype reproduzieren: Aus der Vorgabe, daß hauptsächlich Männer Werkzeug kaufen, ist ein Plakat entstanden, auf dem ein Mann mit Werkzeug arbeitet.

    Mit meiner getroffen Relativierung habe ich eben auch solche Aussagen seitens Modestudierenden nicht ausgeschlossen.

    Das schließt aber nicht aus, daß auch Frauen Werkzeug kaufen und benutzen.

    Nun hattest Du den Vorteil, Dich sprachlich differenziert ausdrücken zu können, während die bildliche Darstellung auf einem Plakat schnell erfaßbar -eben plakativ- sein muß.

    Und so wie Du (zu Recht) den Schluß kritisierst, aus Deiner Aussage über hauptsächlich homophobe Hauptschüler müsse folgen, daß morgen alle Hauptschüler homophob sind, so halte ich Deinen für flasch, die Obi-Plakataktion würde Frauen davon abhalten, ein Gartenhäuschen zu bauen, oder Männer vom Blumen Pflanzen.

    (Und falls letzteres gar nicht die Zielrichtung Deiner Kritik war: Es gibt z.B. bei Wellensittichen auch Albinismus. Wenn mir jetzt aber jemand eine Voilere voller Albino-Wellensittiche zeigen würde, würde ich erstmal stutzen und mich fragen, ob da eine spezielle Aussage gemacht werden soll. Nun ist das ja -aus Sicht der Werber- sicher nicht mal die schlechteste Reaktion auf eine Werbung, aber Obi ist vielleicht zu dem Schluß gekommen, daß seine Zielgruppe von Werbung eher nicht irritiert werden möchte. (Sonst würde sie ja zu Hornbach gehen, wo man als Kunde verprügelt wird.)
    Eine Werbung, deren Hauptzielgruppe Soziologen sind, wird sich diesen Effekt dagegen vielleicht zu Nutze machen. Was ist ein ein typisches Produkt, das Soziologen kaufen?)

    Stellt gerade mal wieder fest, daß ein Witz nicht mehr lustig ist, wenn man ihn erklärt:
    Bombe 20

    • Meine Zielrichtung war wirklich nicht, dass sich Männer und Frauen durch die Obi-Werbung davon abhalten lassen (sollen), augenscheinlich nonkonformes Geschlechtsrollenverhalten zu leben.
      Der Mann darf und soll sich ruhig den Blumen widmen und die Frau darf auch ihr Häuschen aufbauen.
      Was ich darstellen wollte war, dass es ja auch schön wäre, wenn man eben genau diese „anderen“ Menschen mal auf Plakaten sehen würde.
      Denn seien wir mal ehrlich. Niemand von uns kann ernsthaft behaupten, er würde schon mit dem Wissen auf die Welt kommen,
      was es heißt ein Mann oder eine Frau zu sein. So etwas wird erworben und zwar durch verschiedene Prozesse wie über Peer Groups, Institutionen, Familie, etc.
      Die Werbung/Medien spielen da auch eine nicht zu vernachlässigende Rolle, wobei man aber auch sagen muss, dass das Individuum eben nicht wie eine Maschine funktioniert,
      in die man dieses und jenes hineinsteckt (z.B. Werbung) und es das dann einfach ausführt.
      Wir können ja zum Glück denken und somit ganz individuell das uns Dargebotene deuten.
      Dabei hat Jede_r auf Grund seines/ihres Wissens verschiedene Deutungsmöglichkeiten.
      Ich habe mich eben einer soziologischen Deutung bedient und, da dies hier kein rein wissenschaftlicher Blog ist, meine eigene Meinung mit hinzugefügt.
      Von daher sind deine Einwände bezüglich der strategischen Verkaufsüberlegungen vollkommen richtig, denn einem Unternehmen geht es um Absatz seiner Produkte und Werbung ist nun mal Verkaufsförderung.
      Kurzum: Ich habe versucht, teilweise kurz und anschaulich zu erklären, wie Geschlecht auch medial hergestellt wird – nämlich durch solche Darstellungen.
      Das ist weder gut noch schlecht – sondern vollkommen wertneutral zu betrachten.
      Meine eigene Wertung (die Forderung nach mehr Vielfalt) war in dem Sinne nur eine subjektive Ergänzung.

      Was ich allerdings witzig fand, war deine letzte Bemerkung, dass es vielleicht Werbung speziell für Soziologen geben könnte.
      Ich denke, es gibt Werbung speziell für Wissenschaftler.
      Das wären dann so Analyse-Software wie SPSS, MAXQDA, Atlas.ti (hier mal ein Werbespot für solch ein Produkt: http://www.youtube.com/watch?v=CmKO2SYdV7s)
      Ansonsten kaufen Soziologen typischerweise (und auch vorzugsweise im Abo) Fachzeitschriften, Tages- und Wochenzeitungen (wir wollen ja auch über die Welt informiert sein 😉 ) und natürlich auch alles was jeder andere Mensch so kauft ;D

      P.S.: Sorry, dass du so lange auf die Antwort warten musstest, aber ich hatte die Tage leider viele andere wichtige Dinge zu erledigen…

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